Presseecho & Interviews

Karstadt in Viernheim: Mitarbeiter an der Belastungsgrenze

06. August 2010  Presseecho & Interviews

Der Betriebsrat von Karstadt in Viernheim bei Mannheim hat Michael Schlecht zu seiner Sitzung am 5. August eingeladen. In der anschließenden Pressekonferenz wurde über die aktuelle Situation von Karstadt Viernheim berichtet.

Das Viernheimer Tageblatt berichtet am 6. August ausführlich. Näheres dazu finden Sie in diesem Artikel: Mitarbeiter an der Belastungsgrenze (PDF).

Interview: Michael Schlecht zu den geplanten Protesten gegen den schwarz-gelben Sozialabbau

Michael Schlecht im Interview mit dem bermudafunk zu den Vorbereitungen der Proteste gegen geplanten Sozialabbau von Schwarz-Gelb, Bürgerarbeit und der möglichen Zusammenarbeit der LINKEN mit SPD und Grünen.

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Interview mit griechischer Tageszeitung Avgi

27. Juni 2010  Presseecho & Interviews

Interview mit der griechischen Tageszeitung Avgi. Das Original auf Griechisch gibt es hier

Avgi: Die Solidarität, die die Linke gegenüber Griechenland und der griechischen Gewerkschaften gezeigt hat, war fast eine Überraschung. Schlagen Sie tatsächlich vor, keine Waffen mehr an Griechenland zu verkaufen?

MS: Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Griechenlands Militärausgaben entsprechen 4,3 Prozent des BIP. In Deutschland sind es 1,5 Prozent des BIP. Die deutsche Regierung fordert von Griechenland Lohn- und Rentenkürzungen sowie Entlassungen. Gleichzeitig hat sie Papandreou dazu gedrängt, die Rüstungsverträge mit Deutschland einzuhalten. Mit anderen Worten: Die griechische Bevölkerung soll die Profite der deutschen Rüstungsindustrie bezahlen. Das wird die deutsche Linke niemals akzeptieren.

Avgi: Die Linke als Partei ist solidarisch gegenüber Griechenland. Glauben Sie dass das deutsche Volk auch solidarisch sein könnte?

MS: Man hat der Bevölkerung eingeredet, dass sie für Griechenland zahlt, dabei ist das Euro-Rettungspaket ein zweites Bankenrettungspaket. Die Spekulanten haben die Zinsen für Kredite in die Höhe getrieben und die Banken verdienen an der Staatsverschuldung. Es reicht daher nicht an Solidarität mit Griechenland oder die europäische Idee zu appellieren. Die Menschen empfinden Europa zunehmend als Bedrohung. Wir haben nur dann eine Chance wenn wir die Forderungen der Linken auch in nationale Politik übersetzen: Es geht um drei Kernbotschaften:

* Erstens, die Bevölkerung in ganz Europa zahlt für die Bankenrettung, aber die Finanzhaie machen weiter wie bisher. Wir fordern höhere Steuern für Unternehmen und Reiche – für Siemens wie die Familie Onassis.
* Zweitens, die Sparpakete werden die Wirtschaftskrise vertiefen und die Schulden erhöhen – in Griechenland und in Deutschland.
* Drittens, Deutschland hat wegen seiner Billiglöhne immer mehr Waren und Dienstleistungen nach Griechenland verkauft als umgekehrt. Die Griechen mussten sich daher zunehmend bei uns verschulden. Das war auch schlecht für Deutschland: Die Euro-Zone wuchs seit 1999 im Durchschnitt um 1,5 Prozent, Frankreich um 1,4 Prozent aber in Deutschland nur um 0,8 Prozent. Höhere Löhne in Deutschland sind daher gut für Europa und gut für Deutschland.

Avgi: Wie könnte man die Banken zwingen die griechischen –oder spanischen, portugiesischen usw.- Staatsanleihen zu behalten? Wie kann man überhaupt die Banken zwingen was zu tun? Nicht mal die Banken die dank staatlichem Geld gerettet wurden, werden gezwungen etwas zu tun. Was schlagen Sie vor?

MS: Banken leihen sich billiges Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) und verleihen es zu Wucherzinsen an Euro-Staaten. DIE LINKE fordert direkte Kredite der EZB an Euro-Staaten, wie in den USA, England oder Japan, um die Macht der Banken und Kapitalmärkte zu brechen. DIE LINKE will die privaten Geschäftsbanken zudem verstaatlichen, um die Steuerzahler mit den Gewinnen zu entschädigen. Das ist die billigste Lösung.

Avgi: Was erwarten Sie vom G-20-Treffen?

MS: Wenig. Das Problem ist Deutschland. Selbst Obama kritisiert das deutsche Sparpaket, weil das Ausland nicht länger bereit ist die deutsche Exportindustrie mit Schulden zu finanzieren. Die Bundesregierung will eine sehr kleine Banken- und Finanzabgabe. Sie will den Wettbewerb um die billigste Lösung für die Finanzhaie anheizen.

Avgi: Wenn es wieder zu keinem Ergebnis (Finanztransaktionssteuer, Bankenabgabe, Kontrolle der Finanzmärkte, usw.) kommt, glauben Sie dass Europa im Alleingang etwas bewirken könnte?

MS: Die EU ist der größte Binnenmarkt der Erde. Europa könnte vieles auch alleine machen. Aber die Regierungen sind nur noch Marionetten der Finanzmärkte. Die Freiheit des Kapitalverkehrs ist in den europäischen Verträgen heilig. Der Widerstand gegen die Sparpakete ist daher der Kampf um die Demokratie.

Avgi: Zum Thema Europäische Wirtschaftsregierung: Wie stellen Sie sich eine echte Wirtschaftsregierung vor?

MS: Wir brauchen Mindeststeuern für Unternehmen und eine koordinierte Lohnpolitik. Die Bundesregierung versteht unter Wirtschaftsregierung aber nur einen noch strengeren Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Avgi: Glauben Sie dass eine andere politische Mehrheit in Deutschland eine Wirtschaftsregierung nicht mehr bremsen würde? Sind eigentlich die anderen Euro-Länder eher bereit dafür?

MS: Die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder hat das deutsche Lohndumping angeheizt. Der ehemalige SPD-Finanzminister Lafontaine war der Einzige, der bereits vor zehn Jahren für eine echte Wirtschaftsregierung kämpfte. Er wurde dann unser Parteivorsitzender. Die Sozialdemokratie muss sich ändern, dann hat Europa eine Chance. Länder wie Spanien und Frankreich haben andere Interessen. sie wollen auch über das deutsche Lohndumping reden.

Avgi: Sollte man den Stabilitätspakt reformieren? Und in welcher Richtung? Sollte zum Beispiel die Arbeitslosigkeitsquote ein Kriterium sein?

MS: Der Stabilitäts- und Wachstumspakt ist dumm. Spanien hat seine öffentlichen Defizite bis zur Krise radikal abgebaut, sie waren geringer als in Deutschland. Aber die privaten Haushalte in Spanien haben sich verschuldet, wegen der deutschen Billiglöhne. Wir brauchen daher einen außenwirtschaftlichen Stabilitätspakt. Länder die wie Deutschland mehr exportieren als importieren müssten dann mehr für höhere Löhne und öffentliche Investitionen tun.

Avgi: Glauben Sie dass die Menschen in Europa sich gegen diesen Sparwahn wehren können und wehren werden?

MS: Antonio Gramsci sagte: Optimismus des Willens, Pessimismus des Verstands. Ja, die Menschen werden sich wehren. Nur wenn die Linke in Europa nicht angriffslustiger wird, profitieren rechte Parteien. Das müssen wir verhindern – hier wie in Griechenland.

Interview: Regierung spart uns in die Krise

24. Juni 2010  Presseecho & Interviews

www.linksfraktion.de

Die Euro-Krise ist nicht vorbei. Spekulanten attackieren nach Griechenland weitere Euro-Staaten. Die Ratingagentur Fitch hat spanische Staatsanleihen herabgestuft. Spanien muss jetzt höhere Zinsen für neue Kredite zahlen und Spaniens Banken erhalten am Kapitalmarkt kaum noch Geld. Warum hat das Euro-Rettungspaket über 750 Mrd. Euro bisher nicht gewirkt?

Michael Schlecht: Die Euro-Rettung durch Bundeskanzlerin Merkel war ein Rettungsring aus Blei bzw. ein zweites Bankenrettungspaket. Die Bevölkerung soll für die Krise zahlen. Die Sparpakete mitten in der Krise werden die Wirtschaft in der Euro-Zone abwürgen, die Schulden werden dadurch steigen und nicht sinken. Die Spekulanten und Ratingagenturen wissen das: Die Ratingagentur Fitch hat Spaniens Papiere wegen der negativen Auswirkungen des Sparpakets herabgestuft.

Die Fraktion DIE LINKE will Spekulanten entwaffnen. Zocker können mit Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) auf Staatsbankrotte wetten. Sie spekulieren darauf, dass ein Land Pleite geht und treiben die Zinsen für Kredite in die Höhe. Das ist wie eine Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn: Sobald es brennt, macht man Kasse. Wir fordern daher u.a. ein vollständiges Verbot von Hedge-Fonds und Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen).

Das ist aber sicher nicht ausreichend?

Das Kernproblem bleibt ungelöst: Die deutschen Billiglöhne bzw. die hohen deutschen Exportüberschüsse. Die Lohnstückkosten, also die Löhne im Verhältnis zur Produktivität, sind seit 2000 im Rest der Eurozone um 31 Prozent gestiegen, in Deutschland aber nur um 7 Prozent. Schuld sind die Agenda 2010 und Hartz IV. Deutsche Unternehmen haben wegen der niedrigen Löhne mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland verkauft als umgekehrt. Daher mussten sich unsere EU-Partner immer stärker bei uns verschulden.

Auch Länder wie Spanien, die ihre öffentlichen Defizite bis zur Krise radikal reduziert haben, haben wegen der deutschen Exportkrankheit jetzt hohes Fieber. Das Lohndumping hat aber nicht nur dem Euro geschadet sondern auch Deutschland. Die Euro-Zone wuchs seit 1999 im Jahresdurchschnitt um 1,4 Prozent, in Frankreich um 1,5 Prozent, in Deutschland aber nur um 0,8 Prozent. Wenn Deutschland weiter auf Billiglöhne setzt, wird es neue Schuldenkrisen und Rettungspakete geben. Ganzen Beitrag lesen »

Interview mit Michael Schlecht beim Sonntagsmatinee „Der Euro brennt“ in Kirchheim/Teck am 13. Juni 2010

14. Juni 2010  Presseecho & Interviews

Thomas Mitsch: Michael, wir haben uns gestern schon, auf der Demonstration „Wir zahlen nicht für eure Krise!“, die zeitgleich mit einer Demonstration in Berlin in Stuttgart satt fand, gesehen. Wie siehst Du den Erfolg und hat die Demonstration etwas gebracht?

Michael Schlecht: Ich glaube schon, dass die Demonstration ein erster wichtiger Schritt war, um die Proteste auf die Straße zu bringen. Ob diese Demonstration etwas unverzüglich bewegt hat, damit die Regierung von ihrem Sparvorhaben abgeht, das würde ich allerdings sehr skeptisch sehen. Aber es ist ja auch für uns ein erster Schritt in Richtung wie muss es weitergehen. Es muss ein möglichst breiter Protest gegen die Politik der Bundesregierung organisiert werden.

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Gewerkschaftsbund: “Wir stehen am Anfang der Krise” – Deutscher Gewerkschaftsbund wirbt in Waldkirch für radikales Umdenken und betont die Gefahren des Sozialabbaus.

26. Mai 2010  Presseecho & Interviews

Badische Zeitung vom 25. Mai 2010

WALDKIRCH. Auf viele Interesse stieß die Podiumsdiskussion “Nach der Krise – kein Rückfall in alte Muster”, des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Hirschensaal. Herbert Schweizer vom Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Freiburg, DGB-Regionalchef Jürgen Höfflin und MdB Michael Schlecht (Die Linke) kritisierten nicht nur die aktuelle Krisenpolitik mit scharfen Worten, sondern warben auch dafür, auf die Straße zu gehen und drohenden Sozialabbau zu verhindern. Alexander Kauz moderierte.
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„Das muss der Staat nicht hinnehmen“: Finanzexperten der Parteien über Zockerei und die Macht der Banken – eine Umfrage

05. Mai 2010  Presseecho & Interviews

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 05.05.2010

In einem HNA-Interview (gestrige Ausgabe) hat der Berliner Wirtschaftsrechtler Prof. Hans-Peter Schwintowski eine Transaktionssteuer auf Bankgeschäfte befürwortet – „vorausgesetzt, das Geld wird zweckgebunden verwendet – in einen Sicherungsfonds für die Finanzwirtschaft“.

Zur Macht der Banken erklärte er: „Reine Wetten, wie auf die Entwicklung von
Indizes oder auf die Zahlungsfähigkeit eines Staates, haben nichts mehr mit der eigentlichen Aufgabe der Banken zu tun, nämlich die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Diese Wetten sollten verboten werden.“

Wir fragten die finanz- und rechtspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen nach ihrer Meinung zu den Schwintowski-Forderungen. Hier Auszüge:

Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Linken-Fraktion, erklärte unter anderem:
Die Spekulation mit Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) treibt Zinsen hoch und Euro-Staaten in den Bankrott. Zocker versichern sich gegen einen Staatsbankrott, obwohl sie gar keine Staatsanleihen besitzen. Das
ist wie eine Feuerversicherung eines Brandstifters auf das Haus des Nachbarn. Spekulanten verdienen somit an der Staatsverschuldung, die sie angerichtet
haben. Wir fordern ein Verbot finanzieller Massenvernichtungswaffen (USInvestor Warren Buffet) und eine Finanztransaktionssteuer.
Die Finanzmärkte sollen Investitionen finanzieren, keine Zockerei. Ganzen Beitrag lesen »

Interview: “Schuldenkrise ist made in Germany”

24. April 2010  Presseecho & Interviews

In der Braunschweiger Zeitung erschien am 23. April 2010 ein Bericht über ein Interview mit Michael Schlecht.
Thema: “Schuldenkrise ist made  in Germany” – Linker Volkswirt fordert: Exportüberschuss abbauen

Der Artikel kann hier online nachgelesen werden: