Allgemein

Offener Brief zum „Projekt Stuttgart 21“

04. August 2010  Allgemein

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Schäuble,

sehr geehrter Herr Minister Dr. Ramsauer,

ich fordere sie hiermit auf, unverzüglich aus der Finanzierung des Eisenbahnprojektes „Stuttgart 21“ einschließlich der Neubaustrecke Stuttgart – Ulm auszusteigen. Es ist jüngst deutlich geworden, dass erhebliche Mehrkosten auf das Projekt zukommen. Als gesichert gelten bereits jetzt Mehrkosten von annähernd einer Milliarde Euro. Wenn die Kritiker des Projektes Recht behalten, werden weitere Mehrbelastungen in Milliardengrößen entstehen.

All diese Mehrkosten muss der Bund alleine tragen. In Zeiten, in denen die Bundesregierung beabsichtigt, weitreichend Kürzungen, vor allem im Sozialbereich, vorzunehmen, sind derartige Mehrausgaben nicht vermittelbar. Zumal das Projekt „Stuttgart 21“ auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung trifft. Würde eine Befragung der Bürgerinnen und Bürger zugelassen, so würde sich nach heutigem Stand eine deutliche Mehrheit gegen das Projekt aussprechen.

Die baden-württembergischen Partner des Projekts „Stuttgart 21“ – Ministerpräsident Mappus und Oberbürgermeister Dr. Schuster – sowie Bahnchef Grube fürchten den Ausstieg des Bundes. Deshalb wollen sie bis zum Ende der parlamentarischen Sommerpause Tatsachen schaffen, die einen Ausstieg des Bundes immer teurer und damit unwahrscheinlicher machen. Deshalb ist von den örtlichen Protagonisten der Abbruch des Nordflügels des Bahnhofs in Stuttgart, entgegen den ursprünglichen Planungen, vorgezogen worden.
Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble, sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer, lassen sie es bitte nicht zu, dass in Baden-Württemberg Entscheidungen zu Lasten Dritter, zu Lasten des Bundes vollzogen werden. Lassen sie es nicht zu, dass mit der Schaffung von Tatsachen der Ausstieg des Bundes aus dem Projekt „Stuttgart 21“ weiter erschwert wird. Deshalb: Ziehen sie die Finanzierungszusage des Bundes unverzüglich zurück! Jeder Tag zählt!

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Schlecht

Reform der Eurozone statt Depression in Griechenland

14. März 2010  Allgemein, Presseerklärungen

“Die EU stürzt Griechenland in die Depression, nun verschreibt sie ein paar Anti-Depressiva”, kommentiert Michael Schlecht, Mitglied des Parteivorstands der LINKEN, die Medienberichte über eine Einigung auf Hilfen für Griechenland im Vorfeld des EU-Finanzministertreffens. Schlecht erklärt:

Die EU verordnet eine zweite Wirtschaftskrise. Der griechische Staat und die Bevölkerung sollen sparen. Als Belohnung soll Athen Kredite erhalten. Diese Strategie überzeugt nicht. Erst gräbt die EU ein Loch, dann füllt sie es mit Sand.

Spekulanten regieren immer noch die Politik in Europa. Die diskutierte Meldepflicht für Credit Default Swaps (CDS) verhindert keine Spekulation gegen EU-Staaten. Banken und Hedge-Fonds können weiterhin CDS erwerben, ohne griechische Staatsanleihen zu besitzen. Der Handel mit CDS gehört daher verboten.

DIE LINKE fordert eine systematische Reform der Euro-Zone. Die EU muss Euro-Anleihen platzieren, um Athen zinsgünstige Kredite zu gewähren. Die EZB sollte griechische Staatsanleihen direkt kaufen, um die Macht der Spekulanten zu brechen. Darüber hinaus braucht die EU eine Mindestbesteuerung von Unternehmen und hohen Einkommen. Ein Pakt für außenwirtschaftliches Gleichgewicht muss Exportjunkies wie Deutschland auf mehr öffentliche Investitionen und höhere Löhne verpflichten. Sonst drohen neue Schuldenkrisen in der Eurozone.

Bundesregierung sprengt die Eurozone

13. Februar 2010  Allgemein

“Die Bundesregierung zeigt mit dem Finger auf Griechenland, doch drei Finger zeigen zurück,” erklärt der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE. Michael Schlecht zur Warnung des Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, vor einem Zerfall der Euro-Zone. Schlecht weiter:

“Juncker hat Recht. Eine Währungsunion mit permanenten Unterschieden in der Leistungsbilanz hat keine Chance. Der EU-Ratspräsident Herman van Rompuy sowie die Wirtschaftsnobelpreisträger Krugman und Stiglitz haben daher Deutschlands Wirtschaftspolitik kritisiert. Deutschlands Billiglöhne haben Griechenlands Auslandsverschuldung erhöht.

Die Bundesregierung will Griechenland Lohnkürzungen, Einschnitte bei öffentlichen Leistungen und sozialer Sicherheit verordnen. Dies wird die Wirtschaftskrise und die politische Krise der EU vertiefen. Eine Verringerung der griechischen Importe wird auch die wirtschaftliche Erholung in Deutschland gefährden. Stattdessen müssen die Löhne in Deutschland steigen. Davon profitiert die Euro-Zone und die Bevölkerung.

DIE LINKE fordert zudem Euro-Anleihen, um die Zinskosten für Griechenland zu senken und eine systematische Reform der Euro-Zone. Die EU braucht einen außenwirtschaftlichen Stabilitätspakt, um die Unterschiede im Außenhandel zu verringern. Die Europäische Zentralbank muss griechische Staatsanleihen aufkaufen, um die Macht der Spekulanten und Rating-Agenturen zu brechen. Wer die Staatsfinanzen verbessern will, muss zudem Steuerdumping durch eine europäische Mindestbesteuerung beenden.“

Solidaritätserklärung mit den streikenden Studierenden der Universität Heidelberg

06. November 2009  Allgemein

Liebe Studierende der Uni Heidelberg!

Auf diesem Wege spreche ich euch meine Solidarität für eure Besetzung von Hörsälen in der Universität Heidelberg aus. Ich wünsche euch einen erfolgreichen Kampf, für Mitbestimmung, eine bessere Bildung und mehr Freiräume an der Uni!

Ihr solidarisiert euch mit den österreichischen Studierenden, die sich nun mehr als 2 Wochen im Streik befinden. Weitere Unis haben sich den Protesten angeschlossen. So diese Woche Münster und Potsdam, und wie ich eben erfahren habe auch die Studierenden in Darmstadt und Marburg. Ich hoffe der Protest breitet sich noch weiter aus, auch auf andere europäische Länder, denn ihr kämpft für die gleiche Sache! Ganzen Beitrag lesen »

Statistisches Landesamt: Industrie baut mehr als 36 000 Stellen ab – Arbeitsmarkt dennoch in außerordentlich robuster Verfassung – 320 000 Personen in Kurzarbeit

22. Oktober 2009  Allgemein

Pressemitteilung vom 22.10.2009:

Die Wirtschaftskrise hinterlässt inzwischen auch auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt deutlichere Spuren. Im 2. Quartal 2009 gab es insgesamt 5,58 Millionen Arbeitsplätze. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres verloren per Saldo mehr als 16 000 Erwerbstätige ihren Arbeitsplatz, was einem Minus von 0,3 Prozent entspricht. Wie das Statistische Landesamt nach ersten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder« mitteilt, gab es im 2. Quartal 2009 gegenüber dem Vorquartal zwar einen Zuwachs um rund 13 000 Erwerbstätige, dieser ist jedoch saisonal üblich und fiel in diesem Jahr nur sehr schwach aus. Zum Vergleich: Im Hochkonjunkturjahr 2008 hatte der vergleichbare Stellenzuwachs noch bei fast 50 000 und damit fast viermal so hoch gelegen…

Pressemeldung der Klima-Allianz: Klimadiskussion in Mannheim? Nein Danke.

22. September 2009  Allgemein

Zwei Tage vor der letzten Diskussionsveranstaltung der bundesweiten Reihe „Welchen Weg wählt Deutschland aus der Wirtschafts- und Klimakrise?“ mit Bundestagskandidaten, muss die Klima-Allianz diese Veranstaltung absagen. Der Grund:  die Kandidaten von FDP, SPD und CDU sagten ihre Teilnahme ab, eine Diskussion zwischen der Linken und den Grünen im Klimabereich ist kaum kontrovers und bringt den Bürgern wenig neue Erkenntnisse. Ganzen Beitrag lesen »

Offener Brief an attac: Was tun gegen die Krise?

14. August 2009  Allgemein, Presseerklärungen

Liebe Freundinnen und Freunde,

mit Interesse habe ich zur Kenntnis genommen, dass attac auf der Sommerakademie den drohenden Sozialabbau nach der Bundestagswahl thematisiert hat. Auch mich, auch DIE LINKE erfüllt dies mit großer Sorge. Ich nehme eure Aufforderung, dass Politikerinnen und Politiker sich vor der Wahl erklären sollen, “wie sie dem drohenden Sozialabbau begegnen wollen”, gerne zum Anlass euch die Position der Linken darzulegen.

Mit der Wirtschaftskrise brechen die Steuereinnahmen weg, so dass bis 2013 ein Minus von mindestens 200 Milliarden Euro zu befürchten ist. Die Kosten beim Arbeitslosengeld I und II steigen bis 2013 um mindestens 100 Milliarden Euro an. Die gesamte Lücke – Steuerausfälle und Mehrkosten – beträgt mehr als 300 Milliarden Euro! Dabei sind die Kosten der Bankenrettung noch gar nicht berücksichtigt. Ganzen Beitrag lesen »

Michael Schlecht unterstützt die Aktion “Atom-Kraft abwählen!”

13. August 2009  Allgemein

Aufruf: Atomkraft abwählen!Am 27.09. haben die Bürgerinnen und Bürger auch die Wahl über die Zukunft des Atomausstiegs zu entscheiden. “Werden in den nächsten vier Jahren sieben Atomkraftwerke vom Netz genommen? Oder setzen sich die Stromkonzerne durch, die allein Millionengewinne im Auge haben, die sie jährlich pro Atomkraftwerk verdienen möchten?” heißt es in dem Aufruf.

DIE LINKE und Michael Schlecht stehen für einen konsequenten und schnellen Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland. Deshalb unterstützt Michael Schlecht den Apell des BUND “Atomkraft abwählen!” zusammen mit vielen anderen Kandidatinnen und Kandidaten der LINKEN.